Nano-Meerwasseraquarium

Auf dieser Seite soll es rund um das Thema Nano-Meerwasseraquarium gehen. Ich selbst habe gerade nach jahrzehntelanger Erfahrung mit Süßwasseraquarien einen Nano-Meerwassercube mit 42 Litern gestartet und will Dich bei meiner Reise durch die Riffaquaristik mitnehmen!

Zu allererst möchte ich einleitend zum Thema Miniriff aber einmal eine Frage klären:

Was ist ein Nano-Meerwasseraquarium?

Als Nano-Meerwasseraquarium werden Aquarien mit bis zu 200 Litern Fassungsvermögen bezeichnet. Im Bereich Meerwasseraquaristik gilt ein Aquarium deutlich länger als Nano, als im Süßwasser mit bis 60 Litern.

Bei meiner Recherche und meinen Unterhaltungen mit erfahreneren Meerwasseraquarianern kristalisierte sich heraus, dasst Du auch in kleinen Aquarien erfolgreich ein biologisches Gleichgewicht schaffen kannst!

Ideal, um einmal zu schauen, ob Meerwasseraquaristik überhaupt etwas für dich ist – das war nämlich mein Ansatz, mir ein Nano-Meerwasseraquarium einzurichten. Mach dich nämlich auf einige Neuanschaffungen und den damit verbundenen Kosten durch ein Meerwasseraquarium gefasst.

Vorteile eines Nano-Meerwasseraquariums

Ein riesen Vorteil ist eben, dass Du gerade in Sachen Besatz mit Korallen für einen 30 Liter Cube keine 1000 € in die Hand nehmen musst! Neben der Kosten gibt es noch einige weitere Vorteile, die gerade für Anfänger*innen ein Nano-Meerwassercube bzw. -aquarium attraktiv machen!

Da Du häufig auf Grund der geringen Aquariengröße des Nanos auf Fischbesatz verzichten musst, erübrigt sich der sogenannte Abschäumer, der normalerweise dafür sorgt, dass Abbaustoffe wie Proteine aufgespalten und aus dem Aquarium befördert werden. Diesen sparst Du dir also schon einmal.

Auch benötigst Du keinen extra Unterschrank, der besonders verstärkt ist. Ein stabiles Sideboard, aus dem schwedischen Einrichtungshaus leistet mir derzeit hervorragende Dienste. Ich habe auch schon Nano-Aquarien auf Küchenzeilen oder mittem im Bücherregal gehabt – die geringe Größe bietet dir also viele Möglichkeiten bei der Standortwahl des Nano-Meerwasseraquariums.

Nicht nur, dass das Nanoaquarium fast überall einen Platz findet, ist ein Vorteil, sondern auch, dass Du es einfach in 10 Minuten leeren kannst und den Standort wechseln kannst.

Neben im Vergleich zu großen Meerwasseraquarien überschaubaren Anschaffungskosten für Technik, Zubehör, Korallen und weiteren Tieren sollten natürlich die laufenden Kosten nicht vergessen werden. Gerade große Aquarien, die extrem stark mit mehreren 100 Watt beleuchtet und beheizt werden, schlucken im Monat natürlich, abgesehen auch von Kosten für Wasser, deutlich mehr, als so ein kleines, schnuckeliges Nano-Meerwasseraquarium

Ein weiterer Aspekt, der mir vor der Anschaffung des Meerwasserraquariums wichtig war, war der zeitliche Aufwand – gerade bei größeren Riffaquarien muss man häufig alle zwei Tage die recht großen Scheiben reinigen, den Abschäumer reinigen bzw. leeren und die Spurenelemente nachdosieren. Die Zeit, die du mit der Pflege des Nanos verbringst, ist noch sehr überschaubar!

Nachteile des Nano-Meerwasseraquariums

Neben der Vorteile gibt es natürlich auch den einen oder anderen Nachteil der Mini-Meerwasseraquarien.

Ein Nachteil ist natürlich, dass Du vom Besatz des Riff-Nanoaquariums recht beschränkt bist. Lediglich Garnelen, Schnecken und wenige kleine Fische sind hier möglich – neben der schönen Korallen. Für mich waren neben den Garnelen aber die unglaublichen Farben der Korallen aber ein Grund, das Projekt Nano-Meerwasseraquarium trotz begrenzter Besatzmöglichkeit zu starten.

Die geringe Größe des Nanos führt unweigerlich auch zu größeren Schwankungen in Bezug auf Temperatur, Salz- und Nährstoffkonzentrationen, die durch Verdunstung, Verbrauch und Abbauprozesse hevorgerufen werden. Deshalb kann es für einige empfindlichere Korallen, die bspw. eine stabile Salinität benötigen in einem Nanoaquarium schwer werden (keine Sorge, mit diesen Kandidaten wollte ich auch nicht starten – alleine vom Preis her!)

Die Technik in einem Nanoaquarium ist natürlich auf Grund der geringen Größe auch schwieriger zu verstecken und somit eher sichtbar. Ich habe extra dafür eine schwarze Rückwandfolie angeklebt, sodass schwarze Kabel zur Strömungspumpe und zum Heizstab unauffällig im Hintergrund verschwinden können.

Ich bin der Meinung, dass die Vorteile gerade für Anfänger*innen in Sachen Meerwasseraquaristik für ein Nano-Riffaquarium deutlich überwiegen. Gerade der Kostenfaktor wog bei meiner Entscheidung schwer! Selbst bei einem Nano-Meerwasseraquarium musst du mehrere 100 € veranschlagen – mit Korallen und Technik!

Die Technik im Nano-Meerwasseraquarium

Gerade die Meerwasseraquaristik hat fast für jedes Problem bzw. alles, was auftritt, ein technisches Gerät, was die Lösung bietet.

Das brauchst Du auf jeden Fall an Technik und Zubehör

Ich stelle dir einmal in einer Liste vor, was Du alles für ein Meerwasseraquarium minimal an Zubehör bzw. Technik benötigst:

  • Das Aquarium selbst
  • eine Beleuchtung
  • Strömungspumpe(n)
  • Heizstab
  • Refraktometer/Aräometer
  • Riffgestein und Sand
  • (Abschäumer häufig bei Nano-Meerwasseraquarien nicht notwendig)

Das Aquarium

Ich persönlich komme aus der Richtung des Aquascapings im Süßwasser, sodass für mich ein hochwertiges Weißglasaquarium mit transparenten und nicht, wie sonst oft gesehen schwarzen, Silikonnähten ein Muss war.

Natürlich geht auch ein günstiges Aquarium mit schwarzen Silikonnähten und normalem Floatglas, aber hier musst Du dann einfach wissen, wie viel Geld du nur für das blanke Becken bezahlen willst.

Neben Float- und Weißglas ist gerade in der Meerwasseraquaristik noch Acrylglas weit verbreitet. Da dieses eine annähernd gleiche Dichte zu Meerwasser hat und die Farben der Korallen und Fische sehr klar wiedergeben, ist dies sehr beliebt, wenn auch wenig verbreitet.

Neben der Materialentscheidung musst Du auch noch auwählen, welche Maße das Becken haben sollte. Ich würde persönlich im Meerwasser nicht unter 30 Liter gehen. Gerade für Technik, Korallen und die ein oder andere Garnele wird es sonst schnell zu eng. Gerade sogenannte Cubes – also würfelförmige Aquarien – erfreuen sich großer Beliebtheit.

So habe ich mir dann auch einen transparent verklebten Weißglas-Cube als Becken zugelegt und freue mich täglich über die fein geschliffenen Kanten und die fast nicht sichtbaren Silikonnähte! Gerade bei kleinen Aquarien sind die Preise für Weißglas noch halbwegs erschwinglich, wobei Du bei Floatglas auch viel Freude haben wirst, wenn Du für die Preisdifferenz lieber die ein oder andere Koralle kaufen kannst!

Die Beleuchtung des Nano-Meerwasseraquariums

Um die Korallen mit den richtigen Wellenlängen an Licht zu versorgen und sie so strahlen zu lassen, solltest Du unbedingt Wert auf eine gute Beleuchtung des Nano-Meerwasseraquariums legen! Mittlerweile gibt es viele LED-Leuchten, die durch ihren punktuellen EInsatz ideal für Nano-Riffcubes, wie meins sind.

Da die meisten Korallen über ihre sogenannten Zooxanthellen (das sind die sozusagen integrieten Symbiosealgen der Korallen) Fotosynthese betreiben, um ihren Nährstoffbedarf zu decken, ist das Licht für sie das A und O zum Überleben.

Im Gegensatz zum Süßwasser wird im Meerwasser deutlich blaueres Licht genutzt, welches in Nano-Meerwasseraquarien von LEDs oder T5-Leuchtstoffröhren kommen kann.

Ich bin klarer LED-Fan und konnte schon im Süßwasser seit Jahren tolle Ergenisse in Sachen Pflanzenwuchs erzielen und so geht es nicht nur mir im Süßwasser! Gerade bei speziellen Meerwasser-LEDs wie der AI Prime HD 16, die ich mir für mein erstes Meerwasserbecken gegönnt habe, kannst Du neben optimalen Lichteinstellung in diversen Farben (Blau, UV, Violett, Grün, Rot, Cyan, Weiß) richtige Tagesverläufe programmieren – also mit sanften Sonnenauf- und -untergängen.

Ein optischer Vorteil von LEDs im Meerwasseraquarium sind auch die schönen Lichtkringel, die durch die Oberflächenströmung entstehen. Zusammen mit Licht ist die Strömung mit das wichtigste im Nano-Meerwasseraquarium – daher brauchst Du auch unbedingt eine passende …

Strömungspumpe im Nano-Meerwasseraquarium

Um ausreichende Oberflächenbewegung zu erzeugen und so einen guten Gasaustausch zu erhalten und um jede Ecke des Aquariums immer mit frischem Wasser zu versorgen, brauchst Du unbedingt eine Strömungspumpe für dein Meerwassernanoaquarium!

Die Strömungspumpe sorgt dafür, dass Korallen optimal mit den verfügbaren Nährstoffen versorgt werden und dass es zu keinen „Gammelstellen“ zwischen Steinen unter oder sogar auf den Korallen kommt.

Wichtig ist, dass wirklich alle Bereiche des Beckens gut umspült werden – eine sogenannte Ringströmung ist oft eine gute Lösung. Bei kleineren Aquarien benötigst Du dafür nur eine einzige kleine Strömungspumpe, die je nach Modell sogar verschiedene Programme und Stärken fahren kann.

Ich habe eine Jebao SLW-10, die durch ihre recht kompakte und flache Bauart vor der schwarzen Rückwand fast verschwindet. Diese Strömungspumpe bietet die Möglichkeit, das Wasser weich oder hart pulsierend oder sogar in verschiedenen Stärken im zufälligem Takt zu bewegen.

Je nach dem, ob du eher LPS- oder SPS-Korallen halten willst, sollte die Strömungsstärke gewählt werden. SPS-Korallen mögen deutlich stärkere Strömung und hier sollte das Beckenvolumen ca. 30 Mal pro Stunde betragen.

Das Gute: Gerade für Anfänger sind die LPS-Korallen eher geeignet und du brauchst eher eine kleinere, schwächere Strömungspumpe. Oder eben direkt eine, wo Du die Strömungsstärke regeln kannst – wie bei der Jebao SLW-10!

Die Strömungspumpe sorgt auch zuverlässig dafür, dass das durch den Heizstab erhitzte Wasser gut im Aquarium verteilt wird.

Der Heizstab im Nano-Meerwasseraquarium

Die Korallen, die wir uns im Meerwasseraquarium vorstellen, kommen alle eher aus tropischen Gefilden. Du solltest also Temperaturen um 25 Grad in deinem Nano-Meerwasseraquarium anpeilen (man sagt zwischen 24 und 26° C ist es optimal). Um diese Zieltemperatur zu erreichen, nutzt Du einen regelbaren Heizstab, den Du unbedingt auch per Thermometer gegenchecken solltest, um eine falsch angezeigte Temperatur zu verhindern!

Übrigens: Fast schlimmer, als zu niedrige Temperaturen im Nano-Meerwasserbecken sind zu hohe Temperaturen im Sommer, die Du unbedingt mit einem Aquariumkühler vorbeugen solltest! 27° C sollten nicht lange überschritten werden!

Wenn Du sowieso noch einen Heizstab über hast, kannst du diesen auch nutzen, um das Wasser, welches für den Wasserwechsel genutzt wird, auf die gewünschte Temperatur zu bringen, um zu verhindern, dass die Korallen dir eventuelle Temperaturschocks übel nehmen!

Refraktometer/Aräometer zur Bestimmung des Salzgehalts im Nano-Meerwasseraquarium

Wie eben kurz angesprochen, kommt es auch im Meerwasseraquarium zu Wasserwechseln. Spätestens auch beim ersten Anmischen und Befüllen des Salzwassers benötigst Du ein Refraktometer oder ein Aräometer, welches dir die genaue Salinität von ca. 35 g/Liter hilft zu bestimmen.

Was ist der optimale Salzgehalt im Meerwasseraquarium?

Generell sollte der Wert von 35g Salz pro Liter Wasser weder unter- noch schlimmer aber überschritten werden. Die optimale Salzdichte im Meerwasseraquarium beträgt 1,023 bei 25° C – sollte dein Wasser eine andere Temperatur haben, musst Du sogenannte Umrechnungstabellen zu Rate ziehen.

Man sollte das Meerwasser entweder beim Händler fertig kaufen, oder per Salz und Osmosewasser (welches auch per Reinstfilter von Silikat befreit wurde) anmischen und vor Befüllung des Aquariums per Refraktometer oder Aräometer (auch Spindel genannt) auf die richtige Salinität bringen.

Weil im Laufe des Tages auch ein gewisser Anteil Aquariumwasser verdunstet, nimmt der Salzgehalt im Wasser zu, sodass Du regelmäßig das Meerwasseraquarium mit Osmosewasser auffüllen – auf keinen Fall mit bereits angerührtem Meerwasser, da sonst der Salzgehalt bei jedem Nachfüllen weiter zunimmt.

Besonders einige Weichkorallen reagieren mit „Zumachen“ der Polypen, sollte der Salzgehalt mal nicht passen – man könnte sie als Indikatoren halten, oder checkt diesen einfach regelmäßig per Refraktometer oder Aräometer!

Riffgestein und Sand fürs Nanoriff

Um einen natürlichen Aufbau, der auch dem Auge schmeichelt zu kreieren, habe ich auf sogenannte Real Reef Rocks zurückgegriffen, die künstlich hergestellt sind aber durch eine violette Schicht, die der nützlichen Kalkrotalge sehr nahe kommt, super natürlich wirken.

Ich habe bewusst auf Lebendgestein, welches häufig aus der Natur entnommen wurde, verzichtet, um ungewollte Parasiten und co zu verhindern und um keinesfalls der Natur zu schaden.

Wie viel Kilo Steine braucht man für ein Meerwasseraquarium?

Im Meerwassernanoaquarium sollte die Masse an Steine nicht viel mehr als 10 bis 15 % des Wassservolumens betragen. Bei meinem 42 Liter-Cube habe ich ca. 5,5 Kg Steine gekauft. Letztlich musst Du besonders drauf achten, dass es ein „luftiger“ Aufbau wird, sodass das Meerwasser durch die Strömungspumpe komplett umströmt werden kann.

Wichtig ist, dass Du mit den Steinen nicht zu hoch baust, da die Korallen sonst Gefahr laufen, aus dem Wasser zu wachsen. Außerdem habe ich auch darauf geachtet, ausreichend Abstand zu den Scheiben einzuhalten – so kann ich 1. immer auch nachdem Korallen sich auf den Steinen breit gemacht haben, gut per Scheibenreiniger die Algen und den Biofilm von den Scheiben entfernen und 2. ist so ein gewisser benötigter Fluss im Riff gewährleistet.

Die Steine dienen nicht nur den Korallen einen Platz zu finden, sondern auch nützlichen Algen und Bakterien, die für ein stabiles Aquarium sorgen eine Ansiedlungsfläche. Auch sind die Steine bzw. gibt es auch künstliche Riffäste auch eine notwendige Möglichkeit für Fische, Garnelen und Krebse, Deckung zu suchen.

Besonders natürlich wirkt es, wenn die Steine nicht nur etwas auf dem Sand stehen, sondern eher im Sand stecken.

Sand im Nanoriffaquarium

Auch wenn es scheinbar ein Trend ist, sogenannte Barebottom-Aquarien – also Riffaufbauten auf der blanken Bodenscheibe zu erstellen – empfiehlt es sich gerade Meerwasseranfänger*innen, doch auf Sand als natürliche Ansiedlungsfläche für die wichtigen Bakterien im Aquarium zu nutzen.

Meiner Meinung nach, sieht es auch einfach natürlich aus, wenn die Steinaufbauten von feinem Korallensand umgeben sind. Dabei kannst Du selbst entscheiden, wie fein oder grob dieser Sand fürs Nano-Meerwasseraquarium sein soll.

Neben dem klassischen weißen Korallensand, gibt es auch schwarzen Boden, der zwar schön aussieht, aber auch recht viel Licht schluckt. Und Licht ist eben ein wichtiger Bestandteil eines gut laufenden Meerwasseraquariums.

Letztendlich funktionieren aber sowohl weiße, als auch schwarze Sandarten.

Du kannst dann noch zwischen einem reinen Riffsand und sogenanntem Livesand entscheiden, welcher bereits mit lebenden Bakterien sozusagen geimpft und somit von Anfang an biologisch aktiv ist.

Ich persönlich habe recht feinen weißen Korallensand verwendet und den Boden mit einer dünnen Schicht von maximal 2 cm bedeckt. Auch die Höhe des Bodengrundes im Nano-Meerwasseraquariums ist geschmacksache, aber denk daran, dass Du bei einer (übertrieben gesagt) 10 cm hohen Sandschicht schon einiges an Aquariumvolumen einbüßt.

Braucht man im Meerwassernanoaquarium einen Abschäumer?

Nein, Du benötigst nicht unbedingt einen Abschäumer im Nano-Meerwasseraquarium! Wie bereits erwähnt, wird im Meerwasseraquarium auch regelmäßig Wasserwechsel gemacht. Außerdem sollten bei der recht geringen Aquariengrößen von unter 100 Litern sowieso keine großen Fische gehalten werden, dessen Abbauprodukte ihrer Ausscheidungen normalerweise per Abschäumer aus dem Aquarium befördert werden müssen.

Das heißt: keine Fische, keine Ausscheidungen, kein Abschäumer im Nano-Riff! Also wieder ein Punkt für das salzige Nano-Aquarium in Sachen Geldbeutel!

Einfache Korallen fürs Nanoaquarium

Mir persönlich waren besonders die Korallen auch ein Grund, mich mit der Meerwasseraquaristik zu beschäftigen. Nur welche Korallen sollten es für den Einstieg in die Meerwasseraquaristik im Kleinformat sein?

Für mich sollten die Korallen gut zur Aquariumgröße von in meinem Fall nur 42 Litern passen, optisch interessant und farblich auffällig und für einen Anfänger wie mich einfach zu halten sein.

Schnell kristallisierten sich folgende Arten, die zu den LPS-Korallen gehören, heraus, die ein toller Kompromiss aus Preis, Aussehen und vor allem auch Verfügbarkeit als Nachzucht sind:

  • Acanthastrea (Micromussa)
  • Caulastrea
  • Euphylia
  • Fungia
  • Favia
  • Goniopora
  • Zoanthus

Bei mir sind in den 42-Liter-Cube direkt am ersten Tag 2 Acanthastrea, 1 Favia, 1 Euphylia und 4 Zoathus eingezogen. Diese ersten Ableger haben die ersten Farbtupfer ins Nano-Meerwasserbecken gebracht – dummerweise auch den Beginn einer Art Sammelwahn – und vor allem wichtige erste Bakterien.

Unerwünschte Mitreisende wie die kleinen Gänsefußseesterne oder kleine mir noch unbekannten Würmer habe ich in einem kurzen Bad in einem sogenannten Korallen-Dip von den Korallen gelöst. Ja, Korallen werden gedippt – darüber musste ich auch schmunzeln, aber es macht auf jeden Fall Sinn, um die Schädlinge, die ggf. Bewohner oder den Korallen schaden, nicht von Beginn an im Nano-Riff zu haben.

Besatz des Nano-Meerwasseraquariums

Neben der Korallen denkt man bei einem Meerwasseraquarium in Sachen Besatz direkt an die buntesten Fische. Auf Grund der begrenzten Größe und dem begrenzten Schwimmraum und biologischen Stabilität, bieten sich Nano-Meerwasseraquarien nur für eine begrenzte Auswahl an Fischen an.

Fische im Nano-Meerwasserriff

An Fischen wären in einem Nano-Riff unter 100 Litern maximal kleine Nano-Grundeln denkbar. Bei Meerwasseraquarien bis knapp 200 Litern kann man ggf. schon ein Pärchen der berühmten Clownfische einsetzen.

Garnelen im Meerwassernanoaquarium

Ein weiterer Grund für ein Meerwassernanoaquarium waren gar nicht der Besatz mit Fischen, sondern neben der schönen Korallen eher Garnelen – besonders die sogenannte Sexy Shrimp!

Ich war sowieso schon Fan von Nano-Aquarien und habe weiterhin 2 Süßwassernanos hier stehen bis 32 Liter und halte darin Garnelen und Schnecken. Das kannst Du eben in einem Nano-Riff genauso gut machen und so sind mir nach kurzer Recherche nach geeigneten Meerwassergarnelen die Sexy Shrimps – Thor amboinensis über den Weg gelaufen getanzt.

Neben den Sexy Shrimps können auch die kleineren Garnelenarten wie Lysmata wurdemanni im Nanoriff eingesetzt werden – häufig werden diese als Algenvertilger eingesetzt. Ich finde sie auch einfach schön und interessant zu beobachten! Mit etwas Aufwand ist eine Nachzucht von Thor amboinensis sogar im Aquarium möglich.

Ich fand die kleinen, maximal 3 bis 4 cm groß werdenden Sexy Shrimps so schön, dass ich beschloß, mich mit dem Thema Nano-Meerwasseraquarium auseinander zu setzen.

Und nun bin ich hier, habe das Nano-Riff gerade am vor wenigen Tagen direkt mit den ersten Korallen besetzt und entdecke täglich neue faszinierende Infos, Korallen und Tiere im Meerwasser.

Bereue ich, dass es nur ein kleines Meerwasseraquarium ist?

Nein, denn ich muss sagen, dass ich es von Anfang an als Experiment gesehen habe, um zu sehen, wie und ob ich mit der Meerwasseraquaristik klarkomme. So ist es eben „nur“ ein Nano-Meerwasseraquarium von 42 Litern geworden (35 x 35 x 35 cm).

Wichtig war mir dabei, dass es mich eben nicht komplett finanziell ruiniert, mich nicht vom Aufwand und technischen Equipment total überfordert und, dass es schöne knallige Korallen und vor allem auch die Sexy Shrimps halten kann.

Ein wichtiger Punkt war für mich auch, das Riffaquarium nachhaltig aufzubauen. Das heißt, ich wollte keine Lebendsteine, die direkt aus der Natur kommen (hat sowieso diverse Nachteile) und wollte nur auf Korallennachzuchten zurückgreifen!

Gerade bei Fischen in der Meerwasseraquaristik kann man leider oft nur auf Importe/Wildfänge zurückgreifen, aber wenn man ein Nanoriff hat, stellt sich die Frage nach Fischen oft gar nicht erst!

Das heißt also: Fokus auf die Korallen und die ansprechende Gestaltung mit künstlichem Gestein – und was soll ich sagen? Es sieht jetzt nach 4 Tagen schon klasse aus.

Da Du bis hier her gelesen hast, gehe ich davon aus, dass Du es kaum abwarten kannst, Dein eigenes Nano-Meerwasseraqurium zu starten, oder?

Dann starte doch einfach mit meinem kleinen Guide zur Einrichtung des Meerwassernanoaquariums!